18.4.2014 – Lawine am Kehlstein

19.4.2014 Berchtesgaden. Beim Abgang einer Lawine am Kehlstein wurde am Karfreitag, 18.04.2014, ein 26-jähriger Urlauber mitgerissen. Der Mann hatte großes Glück, er wurde nur leicht verletzt und kam in ein Krankenhaus.

Im Einsatz waren neben der Bergwacht Berchtesgaden und einem Polizeibergführer auch zwei Hubschrauber.

Eine achtköpfige Wandergruppe aus Unterfranken hatte sich am Vormittag zu Fuß aufgemacht, um über den Sommerfußweg zum Kehlstein zu gehen. Bei einer Querung nordseitig unterhalb des Kehlsteingipfels – auf etwa 1.550 HM – löste sich gegen 11.30 Uhr ein Nassschneerutsch, der einen 26-Jährigen aus Oberthulba mitriss.

Dieser Nassschnee rutschte auf der Altschneedecke ab. Durch den schweren und nassen Schnee wurde der Mann etwa 30 Meter mitgerissen und blieb dann an einem Baum hängen. Bei dem Anprall gegen den Baum und durch den Druck durch den Schnee wurde er am Oberschenkel verletzt. Dabei hatte er noch Glück im Unglück. Denn wäre er nicht an dem Baum hängen geblieben, so wäre er weitere 100 Meter über eine Felswand abgestürzt, was dann wohl schlimme Folgen gehabt hätte. Andere Personen der Gruppe wurden nicht von der Lawine erfasst. Die Begleiter stiegen sofort zu ihrem Freund hinab, um ihn aus dem Schnee zu befreien.

Die Bergung vor Ort übernahm die Bergwacht Berchtesgaden, die mit Unterstützung durch den Rettungshubschrauber Christoph 14 den Verletzten in das Krankenhaus Berchtesgaden brachte. Das konnte der 26-Jährige nach ambulanter Versorgung nach drei Stunden bereits wieder verlassen.

Die restlichen Personen der Gruppe wurden in Zusammenarbeit von Bergwacht und dem Polizeihubschrauber Edelweiß 1 zur Wendeplatte am Kehlsteinhaus geflogen, von wo aus sie mit der Bergwacht ins Tal gebracht wurden. Der Unfall wurde durch einen Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden aufgenommen.

Die Urlaubergruppe war nicht mit Lawinennotfallausrüstung unterwegs. Nach derzeitigem Sachstand scheidet Fremdverschulden aus, ebenso kann wohl keinem aus der Gruppe ein Vorwurf gemacht werden. Die Lawine wurde nicht durch die Personen selbst ausgelöst.

Der Lawinenlagebericht hatte für den Karfreitag die Lawinengefahr in dieser Höhenlage als gering – Lawinenwarnstufe 1 – eingestuft. Es waren zuvor auch schon weitere Wanderer auf diesem Weg unterwegs gewesen. Südseitig ist der Kehlstein bis fast in den Gipfelbereich schneefrei, wobei man nordseitig ab etwa 1.200 HM im Schnee unterwegs ist.

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