Fachstelle Demenz am Landratsamt Ostallgäu beteiligt sich am Forschungsprojekt „Digitales Demenzregister Bayern“, kurz digiDEM Bayern

18.11.2020 Landkreis Ostallgäu. Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Im Landkreis Ostallgäu leben rund 2700 dementiell Erkrankte. Diese Zahl wird bei gleichbleibendem Erkrankungsrisiko in den kommenden 15 Jahren auf etwa 3.700 weiter anwachsen.

Die zukünftige Versorgung der Betroffenen stellt für die Gesellschaft eine der größten Herausforderungen dar. Dieser Herausforderung begegnet das Projekt digiDEM Bayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, des Universitätsklinikums Erlangen und des Medical Yalley EMN e.V. mit digitalen Lösungen.

digiDEM Bayern baut ein digitales Demenzregister auf, um den Langzeitverlauf der Erkrankung besser zu verstehen und einen Überblick über die Angebotslandschaft zu erhalten. Forschungspartner*innen aus allen sieben Regierungsbezirken Bayerns – darunter die Fachstelle Demenz des Landratsamtes Ostallgäu – befragen dafür Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder Demenz und ihre pflegenden Angehörigen zu ihrer Situation. So soll ein umfassendes Bild der Lebensbedingungen entstehen. Dadurch können mögliche Angebotslücken aufgedeckt und politische Entscheidungsträger über die notwendigen Versorgungsbedarfe informiert werden.

Die Befragungen können persönlich, aber auch virtuell durchgeführt werden. digiDEM Bayern hat dafür weltweit anerkannte Demenz-Screening-Tests so angepasst, dass sie auch per Videokonferenz möglich sind. Dies bietet einen flexiblen, niedrigschwelligen und in Zeiten von Corona vor allem sicheren Zugang für Betroffene.

Darüber hinaus wird digiDEM Bayern Online-Angebote zur Demenz-Versorgung bereitstellen. Geplant sind unter anderem die digital basierte MAKS®-Therapie für Betroffene und die „Angehörigen-Ampel“, die pflegenden Angehörigen mittels gezielter Fragen den Grad ihrer persönlichen Belastung anzeigt und ihnen damit einen Anstoß zur Veränderung ihrer Lebenssituation geben kann.

Zwei digitale Angebote stellt digiDEM Bayern bereits zur Verfügung: Regelmäßige Webinare und einen Newsletter bieten interessierten Bürger*innen evidenzbasierte, allgemeinverständliche Informationen aus der aktuellen Demenz-Forschung.

Für diese kostenlosen Angebote können sich Interessierte unter https://digidem-bayern.de/ anmelden. Wer selbst von einer Demenzerkrankung betroffen ist oder regelmäßige Gedächtnisschwächen erlebt und Interesse an einer Studienteilnahme hat, kann sich an den Demenz-Beauftragten des Landkreises Ostallgäu, Stephan Vogt (Telefon 08342 911-624 oder per E-Mail unter stephan.vogt(at)lra-oal.bayern.de) wenden.

Interdisziplinärer Projektverbund

digiDEM Bayern bildet einen Verbund der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, vertreten durch das Interdisziplinäre Zentrum für Health Technology Assessment und Public Health (Leitung: Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas) und dem Lehrstuhl für medizinische Informatik (Leitung: Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch), dem Universitätsklinikum Erlangen durch das Zentrum für medizinische Versorgungsforschung (Leitung: Prof. Dr. med. Elmar Gräßel) und dem Innovationscluster Medical Yalley Europäische Metropolregion Nürnberg (Vorstände: Prof. Dr. Ing. Erich R. Reinhart, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Schüttler).

digiDEM Bayern ist ein Teil der bayerischen Demenzstrategie und auf fünf Jahre ausgelegt (2019-2023).

Wallfahrtskirche St. Alban

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