Freiwilligendienste: Gutes tun und Lebenserfahrung sammeln – in der Region Ostallgäu

10.8.2021 Landkreis Ostallgäu. Da Praktika in der Corona-Pandemie weniger angeboten wurden, wurden „Bufdi“, FSJ und Co für das Sammeln von Berufserfahrung zudem immer wichtiger.

Wenn sich Jugendliche und junge Erwachsene für einen Freiwilligendienst wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) entscheiden, leisten sie nicht nur einen uneigennützigen Beitrag für die Gesellschaft – sie selbst profitieren auch von der Möglichkeit, Lebenserfahrung zu sammeln und sich beruflich zu orientieren.

Diese Gelegenheit war insbesondere während des vergangenen Schuljahres von Bedeutung, da die Berufsorientierung für Schüler*innen der Abschlussklassen pandemiebedingt eingeschränkt war: Ausbildungsmessen wurden abgesagt oder fanden nur digital statt. Auch Praktika und Hospitationen in Betrieben wurden kaum angeboten.

Für einen Freiwilligendienst spricht vieles: Praktische Erfahrungen nach der Schulzeit sammeln, den eigenen Horizont erweitern, eine neue Herausforderung annehmen und sich für die Gesellschaft engagieren. Die Freiwilligen erwerben zudem wichtige soziale Kompetenzen, die unter anderem auch als Schlüsselqualifikationen am Arbeitsmarkt gefragt sind. Einen Überblick, welche Dienste es gibt und wo diese in der Region angeboten werden, bietet die Berufsorientierung am Landratsamt Ostallgäu.

Für alle: der „Bufdi“

Der Bundesfreiwilligendienst („Bufdi“) ist nach eigenen Angaben ein „Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz“. Am 1. Juli 2011 begannen die ersten Bundesfreiwilligen ihren Dienst. Bis heute haben sich in Deutschland mehr als 400.000 Menschen für die Gesellschaft und das Gemeinwohl engagiert. Der „Bufdi“ ersetzt den früheren Zivildienst und ist nur bei anerkannten Einsatzstellen möglich. Auch das Ostallgäu bietet zahlreiche interessante Einsatzstellen, in denen sich Menschen jeden Alters engagieren und ihre Lebenserfahrung einbringen können. Im Juni 2021 leisteten bayernweit 3490 Personen einen Bundesfreiwilligendienst.

Für die Jüngeren: FSJ und FÖJ

Nach dem Schulabschluss gibt es speziell für Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit, einen Jugendfreiwilligendienst zu absolvieren. Dazu zählen das FSJ, das etwa in der Kinderbetreuung, in der Pflege, bei einem Sportverein oder in einem Museum absolviert wird, und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), das zum Beispiel in der Landschaftspflege, einer Umweltstiftung oder auf einem Bio-Bauernhof geleistet werden kann.

Im Jugendfreiwilligendienst können sich Jugendliche orientieren und ohne Leistungsdruck Einblicke in ein mögliches Berufsfeld gewinnen. Ebenso kann durch ein FSJ oder FÖJ sinnvoll Wartezeit für einen Studien- oder Ausbildungsplatz überbrückt werden.

Während des gesamten Dienstes werden die Freiwilligen pädagogisch begleitet; neben individueller Betreuung bedeutet dies bei einem zwölfmonatigen Dienst auch den Besuch von mindestens 25 Seminartagen, die durch die Freiwilligen auch mitgestaltet werden können. FSJ und FÖJ können auch im Ausland geleistet werden. Dafür stehen für junge Freiwillige auch speziell dafür konzipierten Auslandsfreiwilligendienste, zum Beispiel der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD), zur Verfügung.

Überblick über Einsatzstellen in der Region

Ein Überblick über die Möglichkeiten in der Region kann im Bildungsportal des Landkreises unter www.bildung-ostallgaeu.de im Bereich der Berufsorientierung unter der Rubrik Freiwilligendienste heruntergeladen werden.

Er wird auch an Lehrkräfte der Schulen verteilt, die für die Berufsorientierung zuständig sind sowie an alle anderen relevanten Akteure. Der regionale Überblick über Freiwilligendienste im Ostallgäu soll sowohl Schüler*innen zur Orientierung dienen, als auch helfen, schnell eine Einsatzstelle in der Umgebung zu finden. Zudem sind weitere wichtige Informationen zu Trägern und Einsatzmöglichkeiten beschrieben.

Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfen können leichter Unterstützung von Bundesfreiwilligen bekommen

Das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ der Bundesregierung erleichtert den Einsatz von Bundesfreiwilligen in Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfen. Um Kinder und Jugendliche vor Ort besser zu unterstützen, können Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ab sofort einfacher und schneller Unterstützung durch Bundesfreiwilligendienstleistende erhalten. Das Zulassungsverfahren wurde stark vereinfacht, sodass Anträge zügig bearbeitet werden können. Informationen für Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind unter www.bundesfreiwilligendienst.de zu finden.

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