Stadt Wangen beantragt Förderung für Lüftungsanlagen

13.8.2021 Wangen im Allgäu. Wärmerückgewinnung. Das bedeutet: Es bleibt im Winter warm, obwohl frische Luft von außen in die Räume geführt wird. Im Sommer kann die Luft über Nacht ausgetauscht werden, sodass am Morgen in angenehm kühlen Klassenzimmern mit dem Unterricht begonnen werden kann.

Klimaanlagen sind diese Lüftungsanlagen jedoch nicht. Genauso ging die Stadt bei der Sanierung des Rupert-Neß-Gymnasiums vor. Dort wurden im Altbau Fenster eingebaut, in denen die Lüftung integriert ist.

Auch die Gemeinschaftsschule verfügt in ihrem Neubau über eine derartige Anlage wie auch der im vergangenen Jahr eröffnete neue Kindergarten St. Raphael in Primisweiler. Diese Lüftungsanlagen sind energetisch sinnvoll, jedoch vergleichsweise kostenintensiv.

Dort, wo durch Teilsanierungen an Fenstern oder Fassaden ein relativ hoher energetischer Standard erzielt wurde, gilt es als bauphysikalisch sinnvoll, Lüftungsanlagen einzubauen. Das trifft beispielsweise auf die Berger Höhe-Schule zu. Sie ist zudem die größte Wangener Grundschule, so dass ein Serieneffekt bei der Planung und beim Einbau der dezentralen Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern zu erwarten ist.

Binnen einer Woche lag, wie die Kämmerei berichtet, der Förderbescheid in Höhe von 480 000 Euro für die Maßnahme an der Berger Höhe-Schule vor. Damit werden 80 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckt.

Für die Kita Haid wird ebenfalls ein Förderantrag gestellt. Auch dort sollen die kürzlich fertiggestellten energetischen Maßnahmen an Fenstern, Dach und Fassade durch fest installierte Lüftungsgeräte in den Gruppen- und Schlafräumen ergänzt werden.

Unter diesem Aspekt hat das Baudezernat der Stadt auch die Turnhalle an der Berger Höhe-Schule und die Turnhalle im Ebnet in den Blick genommen. In beiden Hallen gibt es technische Defizite an den bestehenden Lüftungsanlagen. Mit Hilfe der Förderung durch Bund und Land soll sich das jetzt ändern. In den kommenden Jahren soll im Zuge des Gebäudeunterhalts auch andernorts in solche Anlagen investiert werden.

Das Land fördert jetzt auch mobile Luftfilteranlagen mit HEPA-Filter der Klassen H13 und H14 für den Einsatz in Räumen der Schulen, die von Kindern der Klassen eins bis sechs – unter 12 Jahre genutzt werden und nur eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten haben.

Sie sollen laut der Förderkriterien in schlecht belüftbaren Räumen zum Einsatz kommen können. Deshalb sollen für mehrere Schulen, vor allem für die Grundschule in Deuchelried und die Martinstorschule solche Anlagen beschafft werden.

Der Fördergeber macht zur Auflage, dass die mobilen Luftreinigeranlagen – auch wenn sie Nebengeräusche erzeugen – laufen müssen.

„Wir sind zurückhaltend bei der Beschaffung solcher mobilen Luftfilteranlagen, weil man damit keinen Luftaustausch ermöglicht“, sagt Oberbürgermeister Michael Lang. „Ob tatsächlich ein Virenaustausch mit diesen Luftfilteranlagen möglich ist, sehen wir skeptisch.“

Der beste Schutz, um Corona-Viren aus den Klassenzimmern fernzuhalten sei es, mit offenen Fenstern zu lüften und jene herauszufinden, die das Virus in sich tragen. „Bis auf Weiteres wird in den Schulen und Kindergärten wieder systematisch getestet werden müssen“, sagt OB Lang.

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